Klares Votum für Kunstrasen!

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN. Der Ortschaftsrat Haltingen hat am Donnerstag mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dass der FV Haltingen auf seinem Gelände in Eigenregie einen Kunstrasenplatz anlegen darf. Der FV Haltingen hatte sich für seinen Trainingsplatz schon lange einen Kunstrasen gewünscht, weil der vorhandene Naturrasen vor allem im Winter dem intensiven Übungsbetrieb nicht standhält. Die Stadt würde dagegen lieber einen Winternaturrasen anlegen, weil dieser nach ihren Berechnungen kostengünstiger wäre.

Die Ausgangssituation
Der Trainingsplatz in Haltingen soll im Rahmen des Sportkonzeptes der Stadt Weil umgestaltet werden, das auch die Sportanlagen im Nonnenholz und beim Bosporus FC Friedlingen umfasst. Der FV Haltingen verfügt aktuell über zwei Rasenplätze – je einen für den Spielbetrieb und einen fürs Training. Schon im Jahr 2016 beantragte der Verein einen Kunstrasenplatz für den intensiv genutzten Übungsplatz. Nach Berechnungen der Stadt würde die Anlage eines Kunstrasens rund 750 000 Euro kosten, die Anlage eines Winternaturrasens rund 125 000 Euro weniger. Außerdem bräuchte laut Stadt der Kunstrasen mehr Pflege und hätte eine begrenzte Lebensdauer von rund 15 Jahren.

Nun hat der FV Haltingen mit einem Antrag an die Stadt Bewegung in die Debatte gebracht. Der Verein möchte als Bauträger selbst einen Kunstrasen anlegen. Der Verein argumentiert, dass dies für die Stadt finanziell viel günstiger käme. Der FV Haltingen will Arbeitsleistungen und Spenden einbringen und rechnet mit Zuschüssen vom Badischen Sportbund.

Die Debatte
Axel Schiffmann fand den Vorschlag des FV Haltingen gut und warb für einen gesamtstädtischen Ansatz. Wenn es neben dem vorhandenen Kunstrasenplatz im Nonnenholz in Zukunft einen zweiten in Haltingen geben würde, könnten dort Fußballer aus der ganzen Stadt trainieren, meinte er. Mit dem eingesparten Geld könne die Stadt die Sportanlagen in Friedlingen querfinanzieren. Auch Eugen Katzenstein unterstützte den Vorschlag des FV Haltingen. Schon im Jahr 2000 habe der Ortschaftsrat einen Kunstrasen für den Verein beantragt, merkte er an. Er verwies auf den intensiven Trainingsbetrieb und meinte, mit den eingesparten Baukosten könne man die höheren Pflegekosten kompensieren.

Thomas Bayer bekannte, dass er einen Kunstrasen zunächst strikt abgelehnt habe. Aber er sei vom Saulus zum Paulus geworden, als er erfuhr, wie viel Wasser und Dünger ein Winternaturrasen brauche. Bis zu 1,2 Tonnen Dünger im Jahr würde auf einem Winternaturrasenplatz ausgebracht. Direkt neben dem Naturschutzgebiet Krebsbachtal sei das doch bedenklich, so Bayer. Katharina Hütter befürchtete, dass man einen Naturrasen unter Umständen nicht bewässern könne, wenn immer mehr heiße, trockene Sommer kommen. Da die Fußballer auf einem Kunstrasen das ganze Jahr über trainieren könnten, entlaste das außerdem die Haltinger Sport- und Festhalle.

Nur Thomas Abele war wegen der begrenzten Lebensdauer gegen einen Kunstrasen. Der Ortschaftsrat stimmte offen ab, obwohl Thomas Bayer geheim votieren wollte. Der Vorsitzende des FV Haltingen und ein gutes Dutzend Mitglieder verfolgten die Debatte.

Quelle: Badische Zeitung

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